AZB

Allgemeine Zertifizierungsbedingungen der ESC Cert GmbH

1. Allgemeines
Die nachstehenden Bedingungen gelten für die vereinbarten Zertifizierungsleistungen und für die im Rahmen der Auftragsdurchführung erbrachten Nebenleistungen und sonstige vertragliche Nebenpflichten.

2. Angebote
Bis zum endgültigen Vertragsabschluss bzw. bis zur Auftragsbestätigung durch Unterschrift des Angebots sind die Angebote der ESC hinsichtlich Umfang, Ausführung, Honorarsätze und Fristen nicht bindend.

3. Auftrag
Die Leistungen der ESC richten sich nach dem von der ESC vorgelegten Angebot. Durch Unterschrift des Angebots erkennt der Zertifizierungskunde alle in dem Angebot enthaltenen Leistungsbeschreibungen einschließlich kalkuliertem Aufwand und Kosten an. Die ESC haftet für Leistungen und Zusicherungen oder sonstige Vereinbarungen und Erklärungen ihrer Beauftragten (Auditoren, ESC-Personal) nur dann, wenn die Anerkennung des Angebotes durch Unterschrift durch den Zertifizierungskunden erfolgt ist.

4. Leistungsumfang
Der Leistungsumfang ist in dem übersendeten Angebot detailliert beschrieben und damit Gegenstand des Vertrages. Die vereinbarten Leistungen werden nach den ESC-internen Zertifizierungsprozessen durchgeführt und in Rechnung gestellt. Die Bezugsdokumente für das beauftragte Zertifizierungsverfahren sind im Angebot festgelegt. Die ESC informiert rechtzeitig bei Änderung der relevanten Zertifizierungsanforderungen.

5. Verfahren
Die von der ESC angebotenen Leistungen werden gemäß den Bestimmungen und Auflagen der Akkreditierung, Zulassungen und der normativen Bezugsdokumente (hier: ISO 9001, ISO 14001, ISO 50001, ISO 45001, EG-VO 1221/2009 etc.) durchgeführt.

6. Geltungsbereich der Zertifizierung und/oder Validierung
Der Geltungsbereich mit Festlegung des Standortes / der Standorte, Teilbereiche und Branchenschlüssel wird mittels Datenerhebungsformular überprüft und ist im ESC-Angebot festgelegt. Gleichzeitig gibt der Zertifizierungskunde mittels Datenerhebung bekannt, welche Beratungen hinsichtlich der Implementierung und Aufrechterhaltung des Managementsystems erfolgt sind. Somit kann seitens der ESC ausgeschlossen werden, dass irgendein Interessenkonflikt durch Aufhebung der Unabhängigkeit entsteht.

7. Fristen / Termine
Die mit dem Zertifizierungskunden vereinbarten bzw. zu vereinbarenden Termine und Fristen richten sich nach den ESC-Zertifizierungsprozessen und werden mit dem Zertifizierungskunden abgestimmt. Hierzu gelten insbesondere die Regelungen, die im Angebot und unter Punkt 10 aufgeführt sind.

8. Mitwirkung
Der Zertifizierungskunde sichert die Einsichtnahme in angefertigte Dokumente zu, die für die Zertifizierung nach oben angegebener Zertifizierungsnorm notwendig sind. Der Zertifizierungskunde verpflichtet sich, keine relevanten Unterlagen und Sachverhalte vorzuenthalten sowie die zu befragenden Personen zu unterweisen, dem Auditteam bei der Befragung den wahrheitsgemäßen Sachverhalt zu schildern. Unterlagen werden nach Abschluss des Zertifizierungsverfahrens zurückgegeben. Auf Wunsch des Zertifizierungskunden können Dokumente wie Managementhandbücher bei dem beauftragten Auditor verbleiben.
Eine begleitende Begutachtung des beauftragten Auditors bzw. Auditorenteams durch die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) kann durch den Zertifizierungskunden nicht abgelehnt werden.
Der Zertifizierungskunde trägt die Verantwortung für jeglichen Mehraufwand, der durch verspätete, unrichtige oder lückenhafte Angaben oder nicht ordnungsgemäße Mitwirkungshandlungen entsteht. Die dadurch entstehenden Kosten werden dem Zertifizierungskunden in Rechnung gestellt. Dies gilt auch bei Vereinbarung eines Fest- oder Höchstpreises.

Meldepflicht bei Zertifizierung nach ISO 45001:2018
Der Zertifizierungskunde hat unverzüglich die Zertifizierungsstelle über das Auftreten eines schwerwiegenden Vorfalls oder eines Verstoßes gegen die Vorschriften zu informieren, sobald das Einbeziehen der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich ist. Dieses muss auch zwischen den Begutachtungen erfolgen.
Folgende Vorkommnisse können u. a. als schwerwiegend definiert werden:
1. Meldepflichtige Arbeitsunfälle/ Dienstwegeunfälle mit Anschlussheilbehandlungen/Reha Maßnahmen
2. Meldepflichtige Arbeitsunfälle/ Dienstwegeunfälle, bei denen die vorherige Arbeitstätigkeit am gleichen Arbeitsplatz nicht mehr ausgeübt werden kann.
3. Meldepflichtige Arbeitsunfälle/ Dienstwegeunfälle mit Wiedereingliederung gem. BEM
4. Meldepflichtige Arbeitsunfälle/ Dienstwegeunfälle mit größer 2 Wochen Ausfallzeit
5. Meldepflichtige Arbeitsunfälle/ Dienstwegeunfälle mit tödlichem Ausgang.
6. Ein schwerer Verstoß gegen rechtliche Verpflichtungen, der das Hinzuziehen der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich macht.

9. Nicht-Konformitäten
Ein Zertifikat wird erstmals dann erteilt, wenn alle Nicht-Konformitäten (Abweichungen) durch Korrekturmaßnahmen erledigt wurden. Abweichungen sind innerhalb von sechs Monaten zu beheben, ansonsten erfolgt je nach Erfordernis ein Wiederholungsaudit, das wie eine Erstzertifizierung behandelt wird.
Der Zertifizierungskunde ist verpflichtet, die ESC über jede wesentliche Änderung seiner Organisation, Arbeitsweise und personelle Besetzung in Bezug auf die Zertifizierung ohne Verzögerung zu informieren. Dieses gilt insbesondere für die Erweiterung und Änderung des Geschäftsfeldes, wesentliche Erweiterung und Änderung des Standortbetriebes oder Neubesetzung von systemrelevanten Funktionen, wie Vertreter der obersten Leitung oder Managementbeauftragte. Eine solche Änderung kann Anlass einer Überwachung sein.
Ein kurzfristig angekündigtes Audit kann auch angeordnet werden, wenn Tatsachen darauf hinweisen, dass der Zertifizierungskunde nicht in Übereinstimmung mit den Zertifizierungsvoraussetzungen arbeitet. Kurzfristig angekündigte Audits und Auditoren können dann nicht abgelehnt werden.
Der Zertifizierungskunde verpflichtet sich zur Beachtung und Einhaltung der ESC-Zeichensatzung, die über die ESC-Homepage (www.esc-cert.de) erhältlich ist oder separat zugesandt wird.

10. Voraussetzungen im Zertifizierungsverfahren

Audit der Stufe 1 und Stufe 2
Das Audit der Stufe 1 ist gemäß ISO 17021 Pflicht bei Erstzertifizierungen und kann nur unter bestimmten Voraussetzungen entfallen. Dieses trifft nur dann zu, wenn genügend Kenntnisse der Zertifizierungsstelle hinsichtlich der Managementdokumentation, Vollständigkeit und Reife des Managementsystems und notwendige Informationen bezüglich des Geltungsbereiches des Managementsystems, der Prozesse und des/der Standorts(e) des Kunden sowie zugehörige gesetzliche und behördliche Aspekte und deren Einhaltung ( z.B. Umwelt-, Arbeitsschutz- und energierechtliche Aspekte der Tätigkeiten des Kunden, damit verbundene Risiken usw.) vorliegen. Das Audit der Stufe 2 kann auch nach einer Pause direkt im Anschluss an das Audit Stufe 1 erfolgen, wenn die Ergebnisse eine Durchführung der Zertifizierung bestätigen. Das Stufe 2-Audit findet dann vollumfänglich statt. Sollten Abweichungen im Audit der Stufe 1 festgestellt werden, so kann ein Audit der Stufe 2 nicht im Anschluss erfolgen. Das Audit der Stufe 1 dient bei einer erstmaligen Systemeinführung dem Zweck, die vorhandenen Strukturen und die Ablaufprozesse auf Konformität mit dem/der ISO-Standards zu überprüfen. Abweichungen können somit rechtzeitig erkannt und vor dem Zertifizierungsaudit behoben werden.

Überwachungsaudits
Überwachungsaudits müssen im Anschluss an Zertifizierungs- oder Wiederholungsaudits mindestens einmal pro Kalenderjahr durchgeführt werden mit Ausnahme der Jahre, in denen ein Re-Zertifizierungsaudit durchgeführt wird.
Bei einer Erstzertifizierung muss das 1. Überwachungsaudit vor Ablauf der 12 Monate, spätestens zum Stichtag (letzter Audittag der Erstzertifizierung) erfolgen. Bei Überschreitung dieser Frist muss die Aussetzung des Zertifizierungsverfahrens eingeleitet werden.
Bei sonstigen Überwachungsaudits zwischen einer Zertifizierung und einer Re-Zertifizierung (i.d.R. 1. und 2. Jahr nach Zertifizierung) besteht eine Toleranz von 6 Wochen nach Stichtag (s.o.), in der die Überwachung gemäß der ESC-Regelungen ohne Konsequenzen stattfinden muss. Eine Terminverschiebung muss vom Kunden plausibel begründet werden. Soll der Termin sechs Wochen nach dem eigentlichen Audittermin (Stichtag) liegen, wird der Kunde über das dann relevante Aussetzungsverfahren durch die ESC informiert. Durch die genehmigte Terminverschiebung bei Überwachungsaudits wird die Gültigkeitsdauer des Zertifikates nicht berührt.

Re-Zertifizierung
Damit das Unternehmen über einen lückenlosen Zeitraum zertifiziert ist, soll die Re-Zertifizierung rechtzeitig vor Ablauf der Gültigkeit des Zertifikates beantragt werden. Hierzu muss die Re-Zertifizierung noch vor Ablauf der Zertifikatslaufzeit erfolgt sein, um eine kontinuierliche Zertifizierung sicherzustellen.
Das Audit zur Re-Zertifizierung muss vor dem Ablaufdatum des geltenden Zertifikats durchgeführt sein. Für festgestellte Abweichungen muss bis zum Ablaufdatum ein verbindlicher Maßnahmenplan von dem zu zertifizierenden Kunden erstellt werden und der ESC vorliegen.
Während der Zeit nach Ablaufdatum und später erst folgenden Zertifikatsentscheidung liegt demzufolge kein gültiges Zertifikat mehr vor, der Status des betreffenden Kunden ist als „nicht zertifiziert“ einzustufen mit entsprechenden informationstechnischen Konsequenzen wie z. B. keine aktive Werbung des Kunden bzgl. einer zertifizierten Organisation etc.
Das Folgezertifikat beginnt immer mit dem Tag der Zertifizierungsentscheidung, ein Zurückdatieren des Zerti-fikates ist nicht zulässig. Das Ablaufdatum des Folgezertifikates entspricht dem bisherigen 3-Jahres-Zeitintervall (Ablauftag Alt-Zertifikat + 3 Jahre).
Kann das Audit erst nach dem Ablauftermin durchgeführt werden, ist das Verfahren nach den Regeln einer Erst-Zertifizierung durchzuführen.

Stichprobenverfahren (Multisite-Verfahren)
Eine Zertifizierung im Stichprobenverfahren mehrerer Standorte einer Organisation kann erst ab 3 Standorten erfolgen und setzt gemäß ISO 17021 Rahmenbedingungen voraus, die zu gewährleisten sind. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass ein einheitliches Managementsystem implementiert ist, dass zentral organisiert wird (Zentrale Stelle). Ebenso muss gewährleistet sein, dass die oberste Leitung, der Managementbeauftragte und sonstigen Funktionsinhaber mit strategischer Verantwortung die erforderlichen Durchgriffsrechte besitzen, um das Managementsystem im Sinne der Normen in allen Organisationseinheiten aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln. Weiterhin muss sichergestellt sein, dass rechtlich durchsetzbare Vereinbarungen der Zentrale mit allen erfassten Standorten (Organisationseinheiten) existieren.

Voraussetzungen für das Stichprobenverfahren
Eine Zertifizierung mehrerer Standorte einer Organisation im Stichprobenverfahren kann nur unter folgenden Bedingungen erfolgen:
Die Berechnung der Stichprobengröße basiert auf der Akkreditierungsvorgabe und bezieht sich auf die Mindestzahl an Standorten, die zu begehen sind:

Erst-Zertifizierung:
Die Größe der Stichprobe sollte die Quadratwurzel der Anzahl der abgelegenen Standorte sein: ( y = Wurzel aus x ), gerundet auf die höhere Zahl
Überwachungsaudit:
Die Größe der durchschnittlichen Schnittprobe sollte die Quadratwurzel der Anzahl der abgelegenen Standorte sein, multipliziert mit Faktor 0,6: ( y = 0,6 Wurzel aus x ), gerundet auf die höhere Zahl.

Re-Zertifizierung:
Die Größe der Schnittprobe sollte die gleiche sein wie bei einem Erstaudit. Dennoch kann die Größe der Stichprobe mit einem Faktor 0,8 verringert werden, wenn das QM-System sich über einen Zeitraum von 3 Jahren als effektiv erwiesen hat:
( y = 0,8 Wurzel aus x ), gerundet auf die höhere Zahl.
Zusätzlich muss ein Audit der Zentrale erfolgen. Die Größe der Stichprobe sollte erhöht werden, wenn die Analyse der Zertifizierungsstelle zu einer höheren Risikoabschätzung führt.

Folgende Rahmenbedingungen gemäß ISO 17021 gelten für das Stichprobenverfahren:

  • Die Zentrale der Organisation stellt die oberste Leitung, d. h., dass die Managementsystem-Dokumentation
    wie das Handbuch und Richtlinien etc. zentral verwaltet und aktualisiert werden. Hierzu können auch
    Mustervorgaben für Prozessbeschreibungen zählen oder Leitfäden. Unabhängig davon kann jede
    Organisationseinheit für die eigenen operativen Prozesse Verfahren getrennt festlegen.
  • Es muss ein zentraler Managementbeauftragter bestellt sein, der alle koordinierenden Aufgaben wahrnimmt wie Auditplanung,
    Dokumentenänderungen an dem Handbuch und den Vorgabe-Richtlinien wie Prozessbeschreibungen,
    Verfahrensfestlegungen etc.).
  • Das Management-Review muss in der Zentrale der Organisation erfolgen und Aspekte der an der
    Zertifizierung beteiligten Standorte behandeln, die für das Review wesentlich sind.
  • Es muss sichergestellt sein, dass die oberste Leitung, der Managementbeauftragte und sonstigen Funktionsinhaber die
    erforderlichen Durchgriffsrechte besitzen, um das Managementsystem im Sinne der Normen in allen
    Organisationseinheiten aufrechtzuerhalten und weiter zu entwickeln.
  • Alle teilnehmenden Organisationseinheiten müssen jährlich durch ein qualifiziertes Auditorenteam
    auditiert werden. Die Auditberichte sind dann Gegenstand des zentralen Reviews.
  • Alle beteiligten Organisationseinheiten stellen jeweils einen Verantwortlichen, der die
    Beauftragtenfunktionen vor Ort wahrnehmen soll. Diese sind Ansprechpartner für den zentralen Managementbeauftragten zur
    Aufrechterhaltung des Managementsystems insgesamt.
  • Gemäß oben genannter Stichprobenverteilung sind die Standorte entsprechend pro Jahr zu kalkulieren.
  • Alle Organisationseinheiten müssen die ISO-Anforderungen erfüllen. Lokale Abweichungen von der ISO-Norm
    werden nicht als Gesamtabweichung behandelt, sondern separat.
  • Sollte eine kritische Abweichung für das gesamte Managementsystem festgestellt werden, so gefährdet
    diese alle ausgestellten Zertifikate.

11. Zertifikatserteilung und Aussetzungsverfahren
Die endgültige Entscheidung über die Erteilung eines Zertifikats liegt beim Zertifizierungsausschuss. Sollte der
Kunde die Voraussetzungen zur Zertifizierung nicht innerhalb der vereinbarten Fristen erfüllen können, wird
kein Zertifikat erteilt. Wenn die ESC nicht in der Lage ist, die Umsetzung von Korrekturen und Korrekturmaßnahmen
jeglicher wesentlicher Nichtkonformität innerhalb von 6 Monaten nach dem letzten Tag der Stufe 2 zu
verifizieren, muss die ESC vor der Empfehlung zur Zertifizierung eine erneute Stufe 2 durchführen.
Das Zertifikat hat eine Gültigkeit von 3 Jahren ab dem Zeitpunkt der Entscheidung durch den Zertifizierungsausschuss.
Die ESC ist berechtigt, die Daten für das Verzeichnis der zertifizierten Kunden zu veröffentlichen.
Das erteilte Zertifikat kann von der ESC ausgesetzt werden, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen, die
nicht rechtzeitig bekanntgegeben bzw. behoben wurden:

  • Wesentliche Änderungen des Managementsystems, der Organisation, des Anlagenbetriebes sowie Ge-schäftsübernahmen oder Konkurs- bzw. Vergleichsverfahren etc.,
  • Feststellung von wesentlichen Abweichungen bei Überwachungs- und Wiederholungsaudits, die nicht in-nerhalb von 3 Monaten behoben werden,
  • Verschiebung von Auditterminen um mehr als 4 Wochen nach dem anzusetzenden Stichtag (letzter Audit-tag bei der letzten Zertifizierung).
  • Informationen zu Zwischenfällen wie einem schweren Unfall oder einem schweren Verstoß gegen rechtli-che Verpflichtungen, der das Hinzuziehen der zuständigen Aufsichtsbehörde erforderlich macht liefern der Zertifizierungsstelle die Entscheidungsgrundlage zur Bestimmung der zu ergreifenden Maßnahmen. Dies bezieht in Fällen, wo ein schweres Versagen des Systems bei der Einhaltung der SGA-Zertifizierungsan-forderungen nachgewiesen werden kann, auch eine Aussetzung oder ein Entzug der Zertifizierung mit ein.

Die Aussetzung wird schriftlich mitgeteilt, verbunden mit der Auflage, bis zur Wiederaufnahme des Verfahrens die Werbung mit dem Zertifikat bzw. dem Zertifizierungszeichen einzustellen oder anderweitig auf die Zertifi-zierung zu verweisen. Es liegt nun am Kunden, die Voraussetzungen zur Wiederherstellung innerhalb der vereinbarten Fristen zu leisten. Sollte dies nicht der Fall sein, muss das Zertifikat entzogen werden.

12. Erweiterung und Einschränkung des Geltungsbereichs
Eine Erweiterung des Geltungsbereiches (z. B. Erweiterung der Organisation, des Standortes und/oder der Produkte etc.) erfolgt im Zusammenhang mit einem Überwachungsaudit, mit einer Re-Zertifizierung oder in einem gesonderten Audit. Auf Antrag des Zertifizierungskunden und anhand des Datenerhebungsformulars erfolgt eine Anpassung der angebotenen Leistungen und anschließende Schließung eines neuen Vertrags durch Unterzeichnung des neuen Angebots durch den Zertifizierungskunden.
Eine Einschränkung des Geltungsbereichs erfolgt dann, wenn sich dieser deutlich verändert (z. B. Auslagerung bzw. Wegfall von Prozessen, Reduzierung der Tätigkeiten und/oder des Anlagenbetriebs etc.). Die Einschränkung erfolgt im Zusammenhang mit einem Überwachungsaudit, mit einer Re-Zertifizierung oder in ei-nem gesonderten Audit.
Sollten die Anforderungen für einen Teil des Geltungsbereichs eines Zertifikates dauerhaft nicht erfüllt sein, kann der Geltungsbereich des Zertifikates von der Zertifizierungsstelle eingeschränkt werden.

13. Annullierung und Entzug von Zertifikaten
Die Annullierung eines Zertifikates erfolgt, falls der Zertifizierungskunde ohne direktes Verschulden die Bedin-gungen für die weitere Gültigkeit der Zertifizierung nicht mehr erfüllt. Dazu gehören insbesondere der Konkurs, der Übergang in eine andere Organisation oder die Aufgabe der zertifizierten Tätigkeit.
Das Zertifikat verliert seine Gültigkeit, wenn der Zertifizierungskunde diesen Vertrag kündigt. Der Zertifizie-rungskunde verpflichtet sich zur Rückgabe des Zertifikates. Das Zertifikat eines Kunden erlischt ohne weiteren Akt mit dem im Zertifikat angegebenen Gültigkeitsdatum, wenn eine erneute Zertifizierung nicht rechtzeitig beantragt worden ist.
Wird bei der Zertifizierung oder der Überwachung ein wesentlicher Konformitätsmangel festgestellt, der berechtigte Zweifel an der Erfüllung systemrelevanter Elemente aufkommen lässt, muss dieser Konformitäts-mangel innerhalb eines vom Auditleiter festgelegten Zeitraumes durch den Zertifizierungskunden behoben werden. Dieser Zeitraum beträgt höchstens sechs Monate (nach anzusetzendem Stichtag, letzter Audittag bei der letzten Zertifizierung).
Ein Entzug eines Zertifikates durch die ESC muss erfolgen, falls
a) eine Aussetzung eines Zertifikates nicht termingerecht aufgehoben werden kann oder
b) der Zertifizierungsvertrag mit einer Organisation durch deren Verschulden gekündigt wird oder
c) die Organisation die Anforderungen der Norm auch nach Ablauf der gesetzten Frist nicht erfüllt oder
d) die Organisation die Tätigkeit auf Dauer einstellt.
Das Zertifikat kann entzogen werden, wenn wiederholt bei der Überwachung Mängel festgestellt werden, die trotz der verlangten Maßnahmen nicht beseitigt wurden oder der Zertifizierungskunde gegen die Zertifizierungsregeln in schwerster Weise und nachhaltig verstößt oder nachträglich Tatbestände bekannt werden, deren vorliegen Voraussetzung der Zertifizierung waren, die aber gegen eine Zertifikatserteilung sprechen.
Der Zertifizierungskunde wird schriftlich aufgefordert, das Zertifikat zurückzusenden sowie jegliche weitere Werbung mit dem Zertifikat bzw. dem Zertifizierungszeichen zu unterlassen oder anderweitig auf eine bestehende Zertifizierung zu verweisen.

Ebenso kann das Zertifikat entzogen werden, wenn die festgesetzten Zertifizierungsgebühren nicht spätestens drei Monate nach Absendung der jeweiligen Gebührenrechnung auf dem angegebenen Konto eingegangen sind. Der Entzug erfolgt durch den Leiter der Zertifizierungsstelle. Ist das Zertifikat rechtskräftig entzogen, verliert der Kunde das Recht auf die Zeichenführung. Nähere Einzelheiten regelt die Zeichensatzung der ESC (siehe Zeichensatzung).

14. Informationsanfragen, Einsprüche und Beschwerden
Der Zertifizierungskunde hat das Recht, Informationen anzufragen, gegen Entscheidungen der ESC oder deren eingesetztes Auditpersonal einen Einspruch bzw. eine Beschwerde einzulegen. Zertifizierungskunden, die über das Zertifizierungsverfahren oder das Verhalten von ESC-Mitarbeitern Einspruch oder Beschwerde füh-ren wollen, haben diese schriftlich an den Leiter der Zertifizierungsstelle zu richten. Die ESC leitet dann ein internes Verfahren zur Analyse des Einspruchs bzw. der Beschwerde ein. Sollte keine interne Klärung möglich sein, wird ein gemeinsames Gespräch mit dem Kunden insbesondere bei Beschwerden vereinbart und eine gemeinsame Lösung zur Behebung der Beschwerde angestrebt, ggf. unter Mitwirkung von Mitgliedern des Lenkungs-ausschusses. Hierzu hat die ESC ein Beschwerdeverfahren eingeführt.

15. Vertragsdauer
Der Vertrag wird mit einer Laufzeit für einen Zertifizierungszyklus geschlossen und endet mit Ablauf des Zer-tifikats. Ein Zertifizierungszyklus umfasst das Zertifizierungsaudit und die beiden Überwachungsaudits und dauert in der Regel somit 3 Jahre. Beginn des Vertrages ist das Datum der Unterzeichnung des Angebots durch den Zertifizierungskunden. Der Vertrag kann mit einer 3-Monatsfrist schriftlich gegenüber der ESC gekündigt werden. Eine Kündigung seitens der ESC kann nur dann erfolgen, wenn gegen die Bestimmungen dieses Vertrages verstoßen wird.

16. Versicherung und Haftung
Die ESC ist für die Gutachter- und Auditorentätigkeit versichert. Die Haftungsbedingungen der ESC sind in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der ESC (AGB`s) im Einzelnen aufgeführt, die unserer Homepage www.esc-cert.de entnommen werden können. Diese AGB`s sind Vertragsgegenstand.

17. Geheimhaltungsverpflichtung
Die ESC, die eingesetzten Auditoren und Fachexperten verpflichten sich, über alle ihnen während der Vertragsdauer bekannt gewordenen Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse, Herstellungsverfahren, sonstige tech-nische Anlagen und sonstige geschäftliche und betriebliche Tatsachen Stillschweigen zu bewahren. Dieses gilt auch für die Begutachter der DAKKS (Deutsche Akkreditierungsstelle), denen während ihrer Verfahrens-begutachtung der ESC-Geschäftsstelle Einsicht in Kundenunterlagen gewährt wird.
Gerichtsstandort und Erfüllungsort ist Kassel. Es gilt das deutsche Recht.

Stand: 08. Juli 2021